Laufschrift

THEMENAUSWAHL: +++ AKTUELL +++ Warum in den Schädeln bohren - ein THS-Placebo tut's ja vielleicht auch +++ Behinderte zum Jubel-Empfang "bestellt" +++ Auch Medikamenten der Parkinson-Therapie aus dem Verkehr gezogen +++ Rosige Lust-Briketts oder wirkungsarmer und gefährlicher Blockbuster? +++ Der THS-Hype - eine unendliche Geschichte +++ Samuel Koch auf Schlagzeilenjagd +++ "Verbitterter und neidischer" Blogger +++ Wenn ein harmloser Blogger zu unfreiwilligen Hellseher wird ... +++ Wer die Schoki nicht ehrt, ist des Parkinson nicht wert - oder so +++ Machen Fitness-Apps uns auch gesünder? +++ Alle Jahre wieder - kommt das Ozon-Gas +++ "Wasser ist zum Waschen da" +++ Handelsverbot für 700 Generika +++ Wieviel Lobby verträgt ein Antikorruptionsgesetz? +++ Echte Neugierde - oder nerviges Glotzen? +++ Rekordversuch im Rückwärtsrudern mit Pauline +++ Monica Lierhaus: Ohne Operation "wäre mir vieles erspart geblieben" +++ "Am besten gar nich' ignorier'n, die Deern..." +++ Statt Parkinson vielleicht ein prophylaktischer Blasenkrebs ... +++ Mit "Schlämmer-Rücken" ins Krankenhaus: Immer öfter - aber kaum hilfreich +++ Alltags-Report: Tagtäglich viel mehr "Helden des Alltags" als böse Buben +++ Achtung Satire: Wenn die Paola mit dem Jeff +++ Kortison-IGeL-Therapie bei Hörsturz: Nutzt dem Arzt mehr als den Patienten +++ Es muss nicht immer Malle sein - Mit Rad und Rolli unterwegs +++ Unvereinbare Werbung im Blog gestoppt +++Soweit die Akkus tragen ... Realistischer Rollstuhl-Stresstest mit e-fix +++ Bürgermeister parkt topfit auf Behindertenparkplatz +++ Kalte Schulter für dPV-Pharma-Petition +++ Urteil des OVG Münster: Endgültiges Aus für unsichere E-Scooter in Bussen ? +++ Kommentar zum OVG Scooter-Beschluss: Jetzt müssen die Kostenträger liefern: Mit Sicherheit +++ Urteil des Landgerichts Kiel im Scooter-Srreit - Kein grundsätzliches Recht auf Mitnahme im Bus +++ Parkinson-Patienten: Vor Operationen Narkose-Risiken abklären +++ Heile Parkinson-Welt nach der Hirn-OP in TV-Shows und GEO+++ Diskussion über Sicherheitsvorschriften übertrieben? Rollstuhlfahrerin in Straßenbahn verletzt bei Notbremsung +++ Fragwürdige Petition vertritt vor allem Pharma-Interessen - getarnt als Aktion für Patienten +++Im kritischen Vergleich: Die Lobby-Petition für Pharmaindustrie vs. 25.000 Unterschriften für das dem "Teilhabegesetz JETZT"+++ Die frühe Cyber-Selbsthilfe ist längst tot +++ Patientin kam mit Wodka zur Lebertransplantation +++ 19.000 Todesopfer nach schweren Behandlungsfehlern +++ Renommierter Kritiker Becker-Brüser fordert Haftstrafen für Verantwortliche +++ Neue Bundesbehindertenbeauftragte polarisiert +++ Organspende-Skandal: Montgomery greift kritische Medien an +++ Mediziner wehren sich gegen GroKo-Pläne für schnellere Facharztversorgung +++ Besser und länger leben: Weniger ist mal wieder mehr +++ Verhängnisvoll und folgenschwer: Untalentierte Chirurgen +++ chronischLEBEN-Pillenalarm +++ Kosmetisches Brust-"Ersatzteil" wird nicht bezahlt +++ Forscher machten mal wieder falsche Hoffnungen +++ cL-VideoPodcasts +++ Die Rückkehr der Jahresendflügelfigur - auch o.F. +++ (Very)Last Christmas +++ Grenzen der Therapie (an)erkennen lernen +++ Fat happens Pessimist mit der Lizenz zum Aua +++ Mit Muckis gegen Depris ? +++ Was "Sozial"-Demokraten versprechen - und vergessen +++ Die 1-EURO-Rente ist sicher +++ Selbsthilfe aktuell - ein Auslaufmodell? +++ Ode an die schrecklich netten Leut' +++ Penetrante Sieben-Tage-Glücks-Diarrhöe +++ Die Rache des SmartTV +++ Heilsversprechen der nützlichen Nager +++ In eigener Sache: Inklusion - wie viel schafft chronischLEBEN? +++ Die ersten 100 sind noch easy +++ Die Gutmenschen von der "raus-und-drin-Front" +++ Audio-KOLUMNEN +++ Wenn die Maus fast wöchentlich heilen hilft ... +++ ... ene jroße schwarze Raum - hinten und vorn e Loch +++Wenn Liebchen weint +++ chronischLEBEN-Tip +++ Tablet als Leuchttisch für Medi-Organizer +++ Heute schon Daumen gedrückt ? +++Das große Gähnen +++

Dienstag, 8. September 2015

Chronisch krank & behindert: Wie ist das mit Haustieren?
Win-Win-Strategie: Der Hund als Teilzeit-Familienmitglied


Ist ein Leben ohne Hund zwar möglich, aber sinnlos? Nicht nur Mops-Fan Loriot vertrat ja diese Meinung und war wohl, wenn auch mit einem Augenzwinkern, mehr oder weniger davon überzeugt. Ich würde diese zweifellos reizvolle These - auch als eine Art Hardcore-Hundefreund - so nicht unterschreiben. Klar: Mit Hund hat das Leben einen zusätzlichen Sinn, dessen Wert gar nicht überschätzt werden kann. Aber: Stundenlange Wanderungen "über Stock und Stein" - natürlich zu Fuß, wenn auch ohne Tirolerhut oder Bundhose - gaben meinem Leben jahrzehntelang auch einen Sinn.

Wandern hat sich erledigt, ohne dass mein Leben "sinnentleert" geworden wäre - jetzt rolle ich eben auf meinem "elektrischen Stuhl" durch die Botanik, wo es möglich ist. Und ein Hund als echtes Familienmitglied kann zwar für viele behinderte Menschen ein ungetrübtes Glück für alle Beteiligten sein - für die auf zwei Beinen ebenso wie für den oder die vierbeinigen Fellnasen. Und ich behaupte mal, dass wir Zweibeiner - wenn wir ein wenig "Hundeverstand" haben, auf jeden Fall profitieren - sei es in dem Plus an Bewegung, sei es durch die Seelenmassage, die das intensive Miteinander von Mensch und Tier immer bedeutet (es kann statt Hund auch gern eine Katze, eine Ratte oder sonstwas sein).



Meine Frau und ich haben - schweren Herzens - auf den Hund als fester Mitbewohner und ständiger Freund verzichtet, nach dem viel zu frühen Tod unseres geliebten unvergessenen Fox-Großpudel-Mix mit dem schönen alten Dackelnamen "Waldi" vor mittlerweile mehr als fünf Jahren. Warum? Wir hätten zweifellos profitiert von einem "Waldi"-Nachfolger; nur wäre dieser Gewinn früher oder später zur "Einbahnstraße" geworden: Ich kann bedingt durch meine chronische Erkrankung (fortschreitender Morbus Parkinson) und ihre vielfältigen Symptome einem Tier kein wirklich artgerechtes Leben mehr bieten - und meine Frau ist noch auf Jahre hinaus zeitlich eingeschränkt mit ihrer Berufstätigkeit.

Warum ich so ausführlich über mein privates Leben plaudere? Das ist ja an sich eher uninteressant für die Besucher des Blogs chronischLEBEN. Ich meine, dass viele chronisch kranke und behinderte Menschen in einer ähnlichen Situation sind wie wir - "hundelose Hundefreunde".

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, über "Modelle" nachzudenken, die zumindest ein zeitweises Miteinander von Hund (oder Tier allgemein) und Mensch ermöglicht, ohne zwar verständliche, aber möglicherweise doch egozentrische Nachteile für den tierischen Partner.

Bleiben wir mal bei den Hunden. Tierheime suchen immer wieder nach "Gassigehern". Warum kann es nicht auch mal ein "Gassiroller" sein, der immRollstuhl einem Hund regelmäßig Spaziergänge ermöglicht, die das an sich eher eintönige und verhaltensstörende Tierheim-Leben erträglicher macht, bis der Hund dann hoffentlich ein neues Zuhause findet. Ich fürchte, mit der innovativen Idee des "Gassirollens" wird man in vielen Tierheimen nicht gleich auf Begeisterung und offene Zwingertüren stoßen.



Das ist durchaus verständlich: Viele (Tierheim-)Hunde können nicht verantwortungsvoll aus dem Rollstuhl heraus begleitet werden (an der Leine ohnehin - das ist aus gutem Grund beim Ausführen von Tierheim-Hunden Pflicht. Man sollte aber nicht so schnell aufgeben, wenn man nicht sofort mit offenen Armen im örtlichen Tierheim empfangen wird.

Fast immer findet sich nämlich ein Hund, der sicher aus dem Rollstuhl heraus begleitet werden kann. Das muss natürlich geprobt werden - aber: Der "richtige" Vierbeiner findet sich garantiert.

Übrigens sind in den Tierheimen immer auch Freunde von Haustigern willkommen, die in die meist überbelegten Katzenhäuser der Heime gehen und den Maunzern ein Stündchen ihrer Zeit schenken (und von diesen im Gegenzug reich beschenkt werden im sozialen Miteinander und Spiel). Die zeitweise Betreuung von Tierheim-Katzen ist mit so gut wie jeder Behinderung möglich.


Wir selbst sind - eher durch Zufall - zum Hundeleben auf Zeit gekommen: Eine Bekannte fragte uns, ob wir uns nicht mal ein paar Stunden um ihr einjähriges Hundemädchen kümmern könnten. Nach kurzem gegenseitigen Beschnuppern sagten wir hocherfreut zu. Nun ist die kleine Fellnase einfach nur ein Schatz: Ein munteres, kluges, verspieltes und von seinem Frauchen vorbildlich erzogenes Nasentier mit - gerade bei "Minihunden" leider nicht all zu oft anzutreffenden vorbildlichen Manieren, von denen so mancher Mensch sich dicke Scheiben abschneiden könnte und sollte.

Diese Besuche sind Höhepunkte im Behinderten-Alltag und perfekte Seelenmassagen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Es geht ausdrücklich nicht um irgendwie (neben)erwerbsmäßiges "Dogsitting". Das will und kann ich nicht leisten. Aber diese Art von "Nachbarschaftshilfe" kennt nur Gewinner.

Der chronischLEBEN-Tipp: Einfach mal nette Leute mit netten Hunden, die uns auf unseren Spazier"gängen" (-fahrten) begegnen ansprechen. Vielleicht ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft auf Zeit.

Jos van Aken






Donnerstag, 3. September 2015

Fernsehen bildet oder so - wenn Hirschhausen die kreative Blogger-Phantasie kitzelt
Warum in den Schädeln bohren - ein THS-Placebo tut's ja vielleicht auch

Warum zu Medtronic & Co greifen - sie, das Placebo tut's doch (vielleicht) auch
Stell dir vor, es ist THS und keiner bohrt und stochert? Gerade amüsiere ich mich köstlich bei Hirschhausens "Quiz des Menschen" in der ARD - meiner Meinung nach nett zubereitete leichte Glotzenkost - nur die Kandidaten sollten durch "richtige" Menschen ersetzt werden.

Sonntag, 30. August 2015

Gib mir die Kugeln - Hauptsache indisch
Schwören Sie auch auf Russisch Roulett mit Ayurveda-Kugeln?

Die Lotusblüte repräsentiert in der ayurvedischen "Heils"lehre das reine
"Selbst" - das unsterbliche, unbeschmutzbare Göttliche in uns.

Haben Sie eigentlich heute schon geschworen? Worauf? Nein, ich meine nicht die Bibel oder worauf man (und frau auch) gemeinhin schwört in US-amerikanischen Gerichtsdramen zum Beispiel (Bayern halten bei diesen Beschwörungen übrigens sicherheitshalber die andere Hand hinter dem Rücken versteckt, Zeige-und Mittelfinger gen Boden gestreckt - damit ein Meineid keinen Schaden hat, sondern abgeleitet wird. Kluge Leute, diese Bajuwaren!).

Freitag, 28. August 2015

Nicht jede Aktion ist wirklich sinnvoll
Behinderte zum Jubel-Empfang "bestellt":
Potemkinsches Dorf tut der Sache nicht gut


Auf die Gefahr hin, (eher in der Gewissheit,) dass eine nicht gerade kleine, aber unfeine Minderheit meiner Blog-Besucherinnen (anders gesagt: möglicherweise ziemlich viele) aus tiefstem Herzen oder in ehrlicher Empörung aufseufzt oder lospoltert: "Muss dieser Jos sich denn immer zwischen alle Stühle setzen, wo es doch so bequeme, seinem Alter angemessene Ohrensessel gibt? Alter Stänkerfritze! Erbsenzählender Kritikaster!"

Mag ja vielleicht sogar was dran sein - cum grano salis, wie mein dreiviertel gebildeter Cousin Waldemar zu sagen pflegt, wenn ihm nichts wirklich überzeugendes mehr einfällt. Von wegen "mit einem Körnchen Salz"... Wie auch immer: Ich sitze nicht gern zwischen unbequemen Stühlen auf dem noch unbequemeren Fußboden; ich verstecke mich aber noch ungerner (auch wenn es das Wort eigentlich gar nicht gibt im Duden) in oder hinter Sesseln mit Ohren.

Sonntag, 23. August 2015

Broken Heart - but never on sunday
Wochenende-OPs mit suboptimalen Aussichten

Wiederbelebt: Ich werde ab sofort eine Tradition, die ich vor Jahren im Blog chronischLEBEN gepflegt hatte, wieder aufnehmen: Eine wöchentliche Kolumne - meist zu eher nicht so ganz ernst gemeinten Themen. Diese Kolumnen gibt es in einer von mir gesprochenen Audio-Version hier im Blog (einfach den Button "Audio-Version" anklicken - und demnächst auch wieder als (natürlich kostenlos zu abonnierenden) Audio-Podcast.

Im allgemeinen pflegt ja um diese Jahreszeit das gute alte Monster aus dem Loch Ness endlich wieder ein Lebenszeichen von sich zu geben. Man könnte auch behaupten, es taucht aus dem sprichwörtlichen Sommerloch auf. Und wenn das Ungeheuer als ungeheurer Spielverderber einfach abtaucht, müssen eben andere Schreckgespenster den notleidenden Journalisten mangels der üblichen Sensatiönchen über die sprichwörtliche Saure-Gurken-Zeit helfen - vorzugsweise Wassergetier. Da wird wochenlang mach Krokodilen im Dorfteich gefahndet oder die Ochsenfrösche fallen mal wieder über das nichtsahnende good old Germany her - weil irgend ein Honk sie mal aus den Gefilden der unbegrenzten Möglichkeiten just for fun importiert hatte. Aber gut machen sich seit Jahren vor allem finstere medizinische Prophezeiungen. Die neuste könnte mit "Never on Sunday" überschrieben sein oder auch in bodenständigem Deutsch: Sonntags nie.

Samstag, 22. August 2015

Liste von Medikamenten mit gefälschten Zulassungsstudien veröffentlicht
Auch Medikamenten der Parkinson-Therapie aus dem Verkehr gezogen

Gestern Abend hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Liste der Medikamente veröffentlicht, die bis auf weiteres nicht mehr verkauft werden dürfen. Unter den Arzneimitteln sind neben Medikamenten unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck Osteoporose und Herzinsuffizienz auch Mittel, die in der Therapie von Parkinson häufig verordnet werden.

Freitag, 21. August 2015

"Pink-Viagra" - US-Frauenrechtlerinnen helfen fragwürdigem Medikament in den Markt
Rosige Lust-Briketts oder wirkungsarmer und gefährlicher Blockbuster?

Rosa Zeiten für Paare, bei denen die "Lust aufeinander" schlicht und einfach nachgelassen hat? Alles ganz einfach: Der Mann greift im Not-Fall zur kleinen blauen Pille - und für die eher lustlose Frau gibt es ja jetzt das rosa Pendant zu Viagra & Co: Liest man die Schlagzeilen und glaubt man ihnen, ohne sich mit dem erklärenden Text (sofern vorhanden) auseinander zu setzen, dann könnten demnächst vielleicht auch in Deutschland paradiesische (oder höllische) Zeiten der immerwährenden sexuellen Lust anbrechen. Stimmt aber nicht - bis auf die chemischen Möglichkeiten. Natur bleibt im Bereich der schönsten Nebensache der Welt bis auf weiteres weitestgehend Natur. Mit allen Höhepunkten und Frustrationen. Mit natürlichem Wollen und Können (oder eben auch: Nicht (mehr) Können. Und wer das nicht akzeptieren will, lebt und liebt gefährlich.

Dienstag, 18. August 2015

Der THS-Hype - eine unendliche Geschichte
Niedliche Stirn-Hörnchen, Klampfen-Romantik und die Temi
schwärmt: "Wunderschön zu sehen, wie Menschen geheilt werden


Zu einer der erfolgreichsten PR-Aktionen sowohl für ein "Wissenschafts"-Printmagazin als auch die in Dimensionen von Milliarden-Umsätzen rechnende Gesundheitsindustrie sowie Mediziner und Klinikbetreiber, die ohne jede Rücksicht auf die branchenüblichen "Risiken und Nebenwirkungen" auf Sensationen und Gewinne setzen, wurde ein Bericht im GEO-Magazin sowie die mediale Vermarktung des Autors, Jürgen Broschart, der wochenlang von einer Talkshow und Interviewrunde zur nächsten tingelte und "das geplante Wunder" ohne auch nur den Hauch journalistischer Distanz predigte: Dieses "Wunder" ist natürlich keines - es geht vielmehr um die höchst irdische und umstrittene Tiefe Hirnstimulation (THS), der sich auch der wundergläubige Parkinson-Patient Broschart unterzog.

Samstag, 15. August 2015

Lenkt Musik das OP-Team ab - oder verleiht sie dem Chirurgen Flügel?
Umstritten: Wagner, Mozart und Hardrock im OP

Noch ganz unmusikalisch: Ein historisches OP-Team der Uni-Klinik Dresden
Jeder TV-Krimi-Fan kennt mindesten einen Musikliebhaber im weißen Kittel. Harmonische Töne scheinen das fachkundige Schnibbeln an Menschen zu beflügeln - zuweilen wird die Wirkstätte der Kenner menschlicher Anatomie aber auch zum Hard-Rock-Café, mit der Skalpelle, Haken und Sägen nochmal so flott von der Hand gehen. Wer aber dank einschlägiger Sehgewohnheiten vor der heimischen Glotze meint, das chirurgische Messerchen werde lediglich in Obduktionssälen schrulliger Fernseh-Gerichtsmediziner zum Takt von Mozart und Led Zeppelin geschwungen, der irrt. Auch Chirurgen, die sich an noch lebenden menschlichen Objekten - hoffentlich - erfolgreich abmühen, lassen sich mit Musik bei ihrem löblichen Tun in beschwingte Stimmung versetzen - und sind damit ins Gerede gekommen.

Donnerstag, 13. August 2015

Indische und sächsische Forscher nicht ganz einig - aber:
Wer die Schoki nicht ehrt, ist des Parkinson nicht wert - oder so

Was tun, wenn der lästige Tremor mich mal wieder schüttelt, dass auch der dümmste Arzt der Welt auf die geniale Idee käme: Ob diesem weniger gerührten als geschüttelten Patienten nicht doch vielleicht der Morbus Parkinson das steuernde Dopamin klaut? (Bitte nicht voreilig lachen - von dieser Sorte Weißkitteln gibt es mehr als Hippokrates es dazumal wahr haben wollte - und bei dieser Spezies nutzt auch der gleichnamige Eid eher weniger).

Wenn ein harmloser Blogger zu unfreiwilligen Hellseher wird
Die hohe Kunst der Hype-Inszenierung ist die Camouflage im P.S.

Wer hätte das gedacht? Vor fünf Stunden, also heute gegen 10 Uhr postete ein gewisser Samuel Koch den im Screenshot dokumentierten Beitrag auf seiner Facebook-Seite. Ach so - wer das gedacht hätte? Bei aller Bescheidenheit: Ich.

Am gestrigen Mittwoch hatte ich im Verlauf der lebhaften Diskussion über den peinlichen Versuch Kochs, seine Behinderung zu leugnen, kurz nach 19 Uhr einen Kommentar in einem Thread der Facebook-Gruppe "Behindert, na und ..." veröffentlicht. Zur Erinnerung:

Der nach einem selbst zu verantwortenden schweren Unfalls im Rollstuhl sitzende drittklassige Schauspieler und tölpelhafte Stuntman mit kleinen Rollen an einem Provinztheater sowie einem Mini-Auftritt in einer Telenovela hatte sich mit Klettband an seinen stehenden und knieenden Bruder fixieren kleben lassen, um seiner Freundin einen medial vermarkteten Heiratsantrag zu machen. 
Die mutmaßliche Marketing- und PR-Rechnung ging auf: Die sorgsam mitsamt Gitarren-Solo eines Mitglieds des Kelly-Familie-Clans inszenierte Antrags-Show, die peinlich an den noch peinlicheren Live-Hochzeitsantrag der ihre Behinderung nicht akzeptierenden Monica Lierhaus erinnerte vor laufenden ARD-Kameras erinnerte, wurde prompt prompt am folgenden Tag mitsamt Smartphone-Handy in der BLÖDzeitung, dem bevorzugten Medienpartner Kochs, verbreitet. Das sorgte dann - so einfach ist das im Prinzip - für den offensichtlich erhofften Headline-Hype (der ohne die gefilmte "Klammeraffen"-Inszenierung wohl kaum zustande gekommen wäre).

chronischLEBEN In eigener Sache
"Verbitterter und neidischer" Blogger zersplittert Facebook-Parkinson- Gruppe

Verbittert und neidisch? Blogger Jos van Aken
Es war zu erwarten, dass mein glossierender kritischer Beitrag zur peinlichen und "zufällig" in die Boulevardmedien, vorweg natürlich in die BLÖD-Zeitung, lancierte Schmierenkomödie des offenbar übermäßig Schlagzeilen-affinen Provinzschauspielers Samuel Koch in Sachen Heiratsantrag zu kontroversen Diskussionen auch in Facebook- Gruppen mit Beteiligung behinderter Menschen und ihrer Angehörigen führen würde (siehe chronischLEBEN-Bericht
"Samuel Koch auf Schlagzeilenjagd: Heiratsantrag als Bruder-Vorspann"

Dienstag, 11. August 2015

Nichts von der peinlichen Lierhaus-Show gelernt (oder zu viel ...)
Samuel Koch auf Schlagzeilenjagd: Heiratsantrag als Bruder-Vorspann

Same procedure as 2014: Samuel Koch Superstar "mit Niveau"
Was macht ein C-Promi und drittklassiger Schauspieler, der 



  • ein schon fast ungesundes Selbstbewusstsein hegt und pflegt (oder das, was dafür hält) 



  • trotz Dauer-Hundeblick einfach den ersehnten Durchbruch zum B-Profisein nicht schafft und



  • deshalb aufs dringendste mal wieder einen richtig schönen Medien-Hype bräuchte - nochmal den sträflich leichtsinnigen Quatsch mit den Siebenmeilen-Stiefeln beim Powerbocking kann er nach bedauerlicherweise gebrochenem Halswirbel und Rückenmarksquetschung ja gottlob nicht mehr inszenieren.
  • Montag, 10. August 2015

    Machen Fitness-Apps uns auch gesünder?
    Krankenkassen-Zuschüsse beim Kauf von
    AppleWatch und Fitnessarmbändern in der Kritik

    Nicht alles, was uns zumindest auf die ersten Blicke hin ein stylisches "modernes" Leben überhaupt erst zu ermöglichen scheint, hält einer späteren kritischen Prüfung stand. Ich selbst verfahre da nach einer einfachen Faustregel: Wenn mir zum neusten elektronischen Helferlein spontan lediglich die beliebte mit dem Unwort "Lifestyle" umschriebene, aber eigentlich nichts sagende Eigenschaft des "In-"Seins einfällt, sollte ich wohl besser erst einmal die Finger davon lassen. Aber es gibt auch ganz handfeste triftige Gründe, nicht jedem elektronischen Trend hinterher zu hecheln: Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat Bonuszahlungen einiger Krankenkassen kritisiert, mit denen seit einiger Zeit einige Versicherungen Kunden locken, wenn sie gesundheitsrelevante Daten mit Smartwatches oder Fitness-Armbändern und den dazugehörigen Smartphone-Progrämmchen, den Apps, erfassen - und dann in der Regel datenrechtlich bedenklich auf Server hochladen. Politiker haben sich der Kritik an diesen speziellen Bonus-Zahlungen mittlerweile angeschlossen.

    Donnerstag, 6. August 2015

    Chronisch Kranke in diesen Tagen besonders gefährdet
    Alle Jahre wieder - kommt das Ozon-Gas



    Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christ(us)kind, sondern auch eine Wetterlage, die vor allem chronisch Kranken nicht nur nicht gut tut, sondern sogar lebensgefährlich werden kann. Aber während die christliche Symbolfigur und Ikone uns zuverlässig gegen Ende des Dezembers ereilt und - wenn wir hübsch brav waren (und das Pech haben, männlichen Geschlechts zu sein) - mit dem klassischen SOS-Präsent, also Socken, Oberhemd und Schlips, beschert, bringt der heiß herbeigesehnte Sommer in unschöner Regelmäßigkeit unerwünschte Gaben mit sich, gegen die die erwähnten Verlegenheitsgeschenke zum Weihnachtsfest fast erträglich sind. Gerde in diesen Tagen ist es wieder soweit - und schlimmer als in den vergangenen Jahren: Die Ozonwerte in der Luft steigen bedenklich an. Und damit ist nicht zu spaßen.

    Dienstag, 4. August 2015

    chronischLEBEN erinnert sich
    "Wasser ist zum Waschen da" - Wissenschaftler der
    Harvard Universität bestätigen Hafenkonzert-Botschaft

    Wasser ist zum Waschen da. Basta. Diese kaum zu widerlegende Volksweisheit verfolgt mich seit frühsten Kindertagen. Möglicherweise ist dieser  wie aus einem Granitblock gemeißelte Satz auch Auslöser eines frühkindlichen, jedenfalls eindeutig vorpubertären Traumas. Soweit ich mich noch erinnere, prägte mich diese feuchte Behauptung bereits 1950 oder 1951. Der vermaledeite Krieg war seit einigen Jährchen gottlob verloren, aber nicht spurlos geblieben, auch in der kleinen, nach Bombennächten und Artilleriebeschuss bautechnisch eigentlich nicht mehr existenten Stadt am Niederrhein - da, wo er so nieder wie breit ist (und ein paar Kilometer weiter stromabwärts gar nicht mehr Rhein heißt, sondern zum niederländischen Rijn wird). Und dort, in einer kleinen notdürftig wieder in Stand gesetzten Wohnung beginnt dieses Kapitel meiner Kindheitschronik.

    Montag, 3. August 2015

    chronischLEBEN-Kommentar
    Wissen sie wirklich nicht, was sie tun?

    Siehe hierzu auch den chronischLEBEN-Bericht
    Indische Firma lieferte unseriöse Studien


    Müssen wir jetzt  Angst um Leib und Leben haben, weil der Neurologe uns den COMT-Hemmer Entacabon von der Firma Stada oder den Agonisten  Pramipexol von Betapharm verschrieben hatte - und wir in bester Compliance-Manier das Zeug brav schluckten?

    Unter anderem Parkinson-Medikamente, Herz- und Blutdruckmittel betroffen
    Indische Firma lieferte unseriöse Studien
    Bisher Handelsverbot für 700 Generika


    Siehe hierzu auch den chronischLEBEN-Kommentar:
    Wissen sie wirklich nicht, was sie tun?

    Parkinson-Patienten, Herzkranke, Menschen mit hohem Blutdruck und Depressionen werden möglicherweise demnächst nicht mehr die bis dahin verschriebenen Medikamente in der Apotheke ihres Vertrauens erhalten: Auf Anweisung der Europäischen Kommission dürfen insgesamt 700 Generika-Präparate nicht mehr verkauft werden. Der Grund: Sie wurden möglicherweise nicht nach wissenschaftlichen Standards getestet.

    Sonntag, 2. August 2015

    Die Werbung und das Rheinische Grundgesetz
    Für zwei Cent mehr gibts ein langes Leben gratis

    Als ich das erste Mal dem Plakat begegnete, wäre ich vor lauter Lachen fast aus dem Auto gefallen, mit dem ich gerade zum tanken unterwegs war. Aber auch beim zweiten Blick war die drohende Mahn- und Heilsbotschaft unübersehbar: "Das Leben ist zu kurz, um Benzinpreise zu vergleichen". Natürlich fühlte ich mich als chronisch Kranker besonders angesprochen. "Mein" lästiger Begleiter Parkinson verkürzt zwar nicht das Leben, aber - man weiß ja nie. Ich bin ein halbwegs gegen "Lebensweisheiten" resistenter Mensch, ob sie sie mich nun von Riesenplakatwänden anspringen oder, natürlich "gut gemeint", in diesem oder jenem "sozialen Netzwerk" oder Internetforum verkündet werden; also fuhr ich weiter zu der Independent-Tankstelle, für die ich mich nach einem, mein Leben wahrscheinlich um fünf Sekunden verkürzenden Blick in die Tankstellen-App auf dem Handy entschieden hatte.